Mandelprotein? Eiweiß aus Mandeln als Proteinquelle, meine Erfahrungen

Mandelprotein als Eiweisslieferant

Mandeln sind eine exzellente – und leckere! – Quelle an pflanzlichem Protein. Zehn Mandeln enthalten etwa 2.5 Gramm Protein, allerdings enthalten sie im Vergleich zu Protein aus tierischen Quellen nicht alle Aminosäuren. Die gute Nachricht ist jedoch, dass der tägliche Bedarf an allen fehlenden Aminosäuren durch eine Kombination von verschiedenen pflanzlichen Proteinen problemlos abgedeckt werden kann. DIe KOmbination macht’s und Abwechslung ist immer gut. Mandeln sind darüber hinaus eine echte Alternative für diejenigen, die auf Soja- oder Milchprotein („Whey“) verzichten möchten.

Extrahiertes Mandeleiweiß enthält in Vergleich zu normalen Mandeln und Mandelmehl bei gleicher Masse weniger Protein und Ballaststoffe.

Was ist Mandelprotein? Was sind Mandeln?

Mandeln sind die Samen des Mandelbaums (Prunus dulcis), welcher der Familie der Rosengewächse zugeordnet wird. Der Mandelbaum stammt mit höchster Wahrscheinlichkeit aus dem nahen Osten, wo Mandeln seit jeher als gesundes und bekömmliches Nahrungsmittel genutzt und geschätzt werden.

Seit vergleichsweise kurzer Zeit werden Nebenprodukte, wie zum Beispiel Mandelöl, auch in der Kosmetik und in der Gastronomie erfolgreich angewandt.

Abgesehen von erstklassigem Protein enthalten Mandeln weitere, wichtige Nährstoffe. So kommen auf zehn Mandeln im Schnitt ein Gramm an Ballaststoffen und etwa sechs Gramm an ungesättigtem Fett, was einen schützenden Effekt auf das Herz hat. Außerdem enthalten Mandeln Eisen, Kalzium, Kalium, Phosphor und Vitamin E.

Gibt es Unterschiede?

Beim Kauf von Mandelprotein sollte auf eine klare Deklaration der Inhaltsstoffe geachtet werden. Die Angaben „100% Mandelmehl“ oder „Zutaten: Mandelprotein“ versprechen, dass keine weiteren Zusatzstoffe enthalten sind.

Herkunft und Zertifizierung: Achtet auf die Angabe der Herkunft des Rohmaterials. Mir selbst sind Mandeln aus Europa lieber als solche aus China. Wer Wert auf das Bio-Siegel legt, findet ebenso ein passendes Bio Mandelprotein, muss dann aber einen höheren Preis in Kauf nehmen.

Generell: Süß- und Bittermandeln sollten nicht verwechselt werden. Während die Süßmandel für ihren kulinarischen Zweck geschätzt wird, gilt die Bittermandel schon in relativ kleinen Mengen als giftig. Sie wird jedoch zu medizinischen Zwecken verwendet, wie beispielsweise zur Behandlung von Krämpfen, Entzündungen und bei Atemproblemen.

Wie wird Mandelprotein hergestellt?

Mit viel Trommelwirbel wurde 2016 von der amerikanischen Firma „Almond Pro“ angekündigt, das weltweit erste, konzentrierte Mandelprotein auf den Markt gebracht zu haben. Das Unternehmen wendet zur Erzeugung des Mandelporteinpulvers ein eigens entwickeltes Hochdruckverfahren an, welches die Konzentration an Protein erhöhen und den Fettgehalt senken soll. Dazu werden gemahlene Mandeln einem hohen Druck ausgesetzt. Das daraus extrahierte Protein kann entweder pur verarbeitet oder mit weiteren Zutaten veredelt werden. Letztlich handelt es sich bei Mandelprotein daher um klassisches Mandelmehl – abhängig von der Herstellungs- bzw. Weiterverarbeitungsmethode ist der Proteingehalt höher oder niedriger, liegt aber um die 50%.

Obwohl tierische Proteinprodukte – aber auch solche auf Basis von Soja oder Erbsen – wie bereits erwähnt deutlich mehr Aminosäuren aufweisen, enthalten sie im Gegensatz zu Mandelprotein natürlicherweise keinerlei Ballaststoffe.

Laut Pressemitteilung enthält das als organisch zertifizierte Produkt keinerlei Spuren von Soja, Milchprodukten oder Gluten, dafür aber 14 Vitamine und Mineralien.

Vorteile und Nachteile von Mandelprotein

Mandeln gehören mit zu den gesündesten Lebensmitteln der Welt und so verwundert es nicht, dass Mandelprotein als erstklassiges Protein mit hoher Bioverfügbarkeit gilt.

Vorteile

  • Unterstützt den Aufbau, die Stärke und die Regeneration der Muskeln
  • Unterstützt die Herzfunktion und schützt vor Herz-Kreislauf-Krankheiten
  • Sorgt für einen gesunden Magen-Darm-Trakt
  • Hohe Bioverfügbarkeit
  • Hilft aufgrund seines hohen Phosphorgehalts beim Aufbau von Knochen und Zähnen
  • Enthält wertvolle Mineralien, Ballaststoffe und Fettsäuren
  • 100% vegan

Nachteile

  • Kann bei Allergikern entsprechende Reaktionen auslösen
  • Bei übermäßigem Konsum können Verdauungsprobleme wegen der hohen Menge an Ballaststoffen auftreten
  • Verhältnismäßig hoher Preis

Wie schmeckt Mandeleiweiß?

Mandeln haben einen vorzüglichen, süßen, nussigen Eigengeschmack und eignen sich deshalb ideal als Backzutat oder ganz einfach als Snack für zwischendurch. Mandelprotein kann als reines Protein verwendet werden, es existieren jedoch auch zahlreiche Varianten mit diversen Geschmacksrichtungen.

Mandelprotein oder Mandel-Mehl?

Mandelmehl ist nichts anderes als weiterverarbeitete (gemahlene) Mandeln. Von der Weiterverarbeitung hängt dann ab, wie stark das Endprodukt entölt, d.h. um Fett reduziert wurde. Es ist daher egal, ob auf der Packung „Mandelmehl“ oder „Mandelprotein“ steht – es ist beides immer Mehl, entscheidend sind die Deklaration der Inhaltsstoffe und die Nährwertangaben. Achtet also auf den Eiweißgehalt. Alles um die 50% ist meiner Meinung nach ein guter Wert! Immerhin lässt sich das Mandelmprotein ja auch noch aufwerten um weitere Proteinkomponenten.

Wie wird Protein aus Mandeln eingenommen?

Mandelproteinpulver kann auf viele Weisen in die Ernährung integriert werden. Du kannst es zum Frühstück deinem Müsli oder einem nahrhaften Smoothie beimischen. Auch als Backzutat kann es bedenkenlos verwendet werden. Beachte, dass es sich bei Mandelprotein um eine besonders entölte Variante von Mandelmehl handelt.

Mandelprotein? Eiweiß aus Mandeln als Proteinquelle, meine Erfahrungen
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2 Kommentare

  1. Waltraud Valtiner · Oktober 19, 2018 at 13:44:58 · →

    Ist Mandelprothein, da es sich ja eigentlich um Mehl handelt,in Smoothie unbedenklich?

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